Neun von zehn Android-Apps senden Daten an Google

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Eine neue Studie hat ergeben, dass 90 Prozent aller Android-Anwendungen personenbezogene Daten an Google weitergeben, was Fragen nach dem Umfang der von werbegestützter Software gesammelten Informationen und der Möglichkeit für Technologieriesen, Profile von Personen zu erstellen, aufwirft. Forscher der Oxford University betrachteten fast eine Million Android-Apps, die im Google Play-Shop verfügbar waren, und fanden heraus, dass die mediane App die Benutzerdaten mit zehn Dritten und ein Fünftel mit mehr als 20 anderen teilte.

Die Forscher berichteten der Financial Times, dass die Popularität von „Freemium“-Anwendungen, die durch Werbung unterstützt werden, und der Aufstieg riesiger Werbenetzwerke dazu geführt haben, dass viele Menschen, und oft auch App-Entwickler selbst, sich des Umfangs dieser Datenerfassung nicht bewusst sind.

Datenfreigabe für mobile Apps

Diese Informationen können Daten beinhalten, die für die personalisierte Werbung verwendet werden, wie Alter, Geschlecht und Standort, während viele Anwendungen es den Nutzern ermöglichen, sich mit ihrem Google- oder Facebook-Konto anzumelden. Durch diese Ketten landeten viele dieser Daten bei großen Technologieunternehmen wie Google, Facebook, Twitter, Microsoft und Amazon. Obwohl ein Großteil dieser Daten anonymisiert ist, gibt es Bedenken darüber, was Dritte möglicherweise entdecken oder ableiten können.

Google sagte der Zeitung, dass es die Methoden des Forschers in Frage stellte und argumentierte, dass ein Teil der gemeinsamen Nutzung eine App sei, die über Crash-Statistiken und Analysen berichtet. Die Forscher antworteten, dass viele dieser Rechte über solche Anwendungsfälle hinausgingen.

Für die europäischen Nutzer werfen die Ergebnisse die Frage auf, wie diese Anwendungen mit der GDPR übereinstimmen und wie die Daten außerhalb der EU weitergegeben werden, was die Übermittlung von Bürgerdaten an Länder verbietet, die als nicht mit den europäischen Datenschutzbestimmungen gleichwertig gelten. Obwohl die Daten dank Privacy Shield mit den USA geteilt werden können, gilt dies nicht für China.

Ansicht des Mobilfunkbetreibers

Auch die Mobilfunkbetreiber werden die Ergebnisse genau im Auge behalten. Seit langem klagen die Betreiber darüber, mit Over-the-Top-Plattformen (OTT) konkurrieren zu müssen, die von Mobilfunknetzen profitieren, ohne an den Bau- und Wartungskosten mitzuwirken, und deren Anwendungen die Telekommunikationsdienste tatsächlich umgehen. Sie haben auch argumentiert, dass OTT-Spieler nicht dem gleichen Regulierungsgrad unterliegen wie Telcos, weshalb GDPR in der Branche begrüßt wurde und viele gegen Netzneutralität sind.

Das Gegenargument ist, dass die Betreiber Zugang zu einer Datenebene haben, die OTT-Spieler nicht haben – wie z.B. die Möglichkeit, Zelldaten zu sehen, Browserverhalten und Abrechnungsinformationen. Aber wenn große Technologieunternehmen Zugang zu so großen Datenmengen haben, was ist dann der Vorteil?

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