Warum Ihr Webbrowser den Cookies den Krieg erklärt und wie sie ersetzt werden

Die Art und Weise, wie Websites und Werbetreibende uns im Internet verfolgen, wird bald eingeschränkt, denn die Webbrowser, die bereits standardmäßig die invasivsten Arten von Cookies blockieren, greifen hart durch.

Ein Cookie ist ein kleines Stück Code, das auf Ihrem Gerät gespeichert ist und es Websites ermöglicht, Sie zu erkennen. Es ermöglicht Ihrer bevorzugten Nachrichtenseite, Ihnen immer das Wetter für Ihre Region anzuzeigen, Sie nicht jedes Mal, wenn Sie die Seite öffnen, aufzufordern, sich für den Newsletter anzumelden, Ihnen die Nachrichtenthemen zu präsentieren, für die Sie sich interessiert haben, und so weiter.

Cookies ermöglichen aber noch etwas anderes: gezielte Werbung. Ein bestimmter Cookie-Typ, der so genannte Drittanbieter-Cookie, hat die größte Bekanntheit erlangt: Diese werden nicht von den von Ihnen besuchten Websites bereitgestellt, sondern von den Netzwerken von Vermarktern und Datenmaklern, die Werbung auf der von Ihnen besuchten Website schalten. Dank der Cookies von Drittanbietern können Werbetreibende wissen, was Sie auf verschiedenen Websites tun.

Seit einiger Zeit bieten Browsererweiterungen die Möglichkeit, Cookies von Drittanbietern zu blockieren, und in letzter Zeit bieten auch die Browser selbst diese Kontrollmöglichkeiten. Wenn Sie Cookies von Drittanbietern blockieren, lassen sich Ihre Aktivitäten weniger leicht nachverfolgen, während die nützlicheren Cookies von Erstanbietern erhalten bleiben (so erhalten Sie beispielsweise weiterhin Ihre lokalisierten Wetterberichte).

Die einfache Unterdrückung von Drittanbieter-Cookies ist jedoch nicht ideal für Web-Publisher, die auf diese labyrinthartigen Werbetechnologie-Netzwerke angewiesen sind, um mit ihren Inhalten Geld zu verdienen. Daher kann es vorkommen, dass bestimmte Websites nicht geladen werden, wenn Sie in Ihrem Browser einen Ad-Blocker aktiviert haben. Niemand ist mit der derzeitigen Situation wirklich zufrieden – außer den Vermarktern, die Werbung verkaufen und die Nutzer ansprechen -, aber es gibt jetzt eine echte Veränderung. Hier erklären wir Ihnen, wie Ihre Lieblingsbrowser versuchen, Cookies abzuschaffen, und was an ihre Stelle treten wird.

Browser – vor allem Safari von Apple und Mozilla Firefox – haben schon seit einiger Zeit eine ablehnende Haltung gegenüber Cookies von Drittanbietern eingenommen. Safari verwendet eine Funktion namens Intelligent Tracking Prevention (ITP), um Cookies von Drittanbietern aufzuspüren und zu blockieren, und ist jetzt intelligent genug, um Cookies von Drittanbietern zu erkennen, die sich als Cookies von Erstanbietern tarnen (netter Versuch, Werber).

Firefox hat seine eigene Version, die Enhanced Tracking Protection (ETP), die im Wesentlichen die gleiche Aufgabe erfüllt und wie ITP immer intelligenter wird. Wenn Sie die Cookies von Drittanbietern sehen möchten, die auf der Website, die Sie gerade besuchen, gestoppt wurden, klicken Sie auf das kleine Schildsymbol links neben der Adressleiste in Firefox.

Letztlich machen diese Maßnahmen es für Werbetreibende fast unmöglich, Sie mit den herkömmlichen Methoden über mehrere Websites hinweg zu verfolgen. Da die Funktion in Firefox und Safari integriert ist, funktioniert sie automatisch und sorgt dafür, dass Ihre Webaktivitäten vertraulicher bleiben, während die nützlichsten Cookies erhalten bleiben (z. B. diejenigen, die dafür sorgen, dass Ihr Online-Einkaufskorb nicht verschwindet, sobald Sie einen Händler wegklicken).

Google Chrome und Microsoft Edge müssen hier aufholen. Cookies von Drittanbietern können in diesen Browsern blockiert werden, aber die Funktion ist noch nicht standardmäßig aktiviert. Google, der Hersteller des meistgenutzten Browsers der Welt, will Cookies von Drittanbietern bis Ende 2022 aus Chrome entfernen, ist aber besorgt über die Auswirkungen auf Websites, die auf Werbung angewiesen sind, die von Cookies von Drittanbietern stammt.

Natürlich macht sich Google auch Sorgen um die Milliarden von Dollar, die es durch die derzeitige Funktionsweise erhält. Im Gegensatz zu Apple, Mozilla und Microsoft basiert das Geschäft des Unternehmens in hohem Maße auf gezielter Werbung. Google wird die Cookies von Drittanbietern erst dann aus dem Internet entfernen wollen, wenn ein geeignetes Ersatznetzwerk vorhanden ist, das Google genauso viel Geld einbringt wie bisher.

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